Kategorie 'Backstage'
Theater sucht ausländische Geschichtenerzähler
Im Hotel Babylon sind 12 Betten und eine loungeartige Atmosphäre der Ruhe und Entspannung Ausgangspunkt einer besonderen Begegnung, in der ein ausländischer Storyteller dem Besucher eine Geschichte in seiner Heimatsprache erzählt. Für dieses Theaterprojekt sucht das Theater der Jungen Welt Menschen ausländischer Herkunft, die bereit sind, in der Zeit vom 25.09. – 02.10.2009 und an einigen weiteren Terminen, jeweils eine kurze Geschichte in ihrer Muttersprache zu erzählen.
- Wer kann eine Geschichte in fremder (Heimat-)Sprache erzählen?
smoe sagt tschüss…
… und Danke an Euch Menschen im Theater, die Ihr mich beim Proben und Spielen, im Gelingen und in Krisen, bei Eurer alltäglichen Arbeit ganz nah habt dabei sein lassen. So viel Vertrauen macht das Schnüffeln hinter den Kulissen leicht!
Bei meinem zweijährigen Rundgang durchs Haus ist dadurch vielleicht sogar ein kleines (und immer noch unvollständiges) „Kompendium“ übers Theatermachen für jüngere Leute entstanden. Hoffentlich findet manche und mancher mit dem Traumberuf Theater beim Zurückblättern in den blogs etwas Interessantes, das die Handbücher verschweigen. Und hoffentlich glaubt niemand, die Tagebuchnotizen würden das Geheimnis lüften, wie aus Theatermachen Theater entsteht. Bei allem Hingucken auf die Praxis bleibt für mich ein unerklärlicher, faszinierender Rest.
Ich mache jetzt endlich Platz für die Praktiker und Zuschauer aus den Clubs und Schulen, damit sie hier ihre eigenen Entdeckungen auf ihrer Bühne diskutieren können.
Ins Theater, an die Tasten – und Kutter ahoi!
„Soachtungbitte“: Paul Kuhn!
Einmal habe ich Matthias Kuhn böse auf die Füße getreten. Da dachte ich noch, er sei der Busfahrer und rief ihn auch so… Dabei nennen ihn hier alle nicht umsonst Paul. Nach Paul Kuhn, dem swingenden Musiker am Flügel, dem Star und Entertainer – wie Matthias eben einer ist. Den Leipziger Schlagerfans bleibt er als Travestie Paula unvergessen, denn von 1988 bis 2006 war seine Schöpfung Paula der Renner auf den Karnevalsfeiern und Firmenfesten der Region. Diese 18 Jahre mit Schminke und Kostüm im Rampenlicht sind nicht aus ihm rauszukriegen. Sogar seine Zigaretten lässt Paul noch auftreten, wenn er mit gespreizten Fingern elegante hunderter Längen aus der Schachtel zieht und die runde Glatze dazu noch mal so schnieke glänzt. Wie so einer ans TdJW kommt? Paul ist hier die Institution.
Die mit der Kunst flüstert, II
„Trotz der großen Bedeutung dieser Position für den erfolgreichen Verlauf einer Vorstellung gibt es keinen eigenen Ausbildungsgang für Inspizienten.“
- Susann Fiedler bei “Ikar – zu Wasser, zu Lande, in der Luft (Das Labyrinth)”
Susann Fiedler wollte als Kind einmal Tänzerin werden. Dass das „wegen zu krummer Arme“ nicht klappte, scheint sie nicht zu betrauern. Auch Schauspielerei reizt sie nicht besonders. Die vielen Proben und das Sich-darstellen-müssen schon am frühen Morgen schrecken sie eher ab, gesteht sie grinsend. Wie kommt eine Wettkampfsportlerin, die nie vom Theater träumte, ausgerechnet zur Inspizienz? „Ich kann mich nicht erinnern, als Kind ins Theater gegangen zu sein, ich hatte überhaupt keinen Zugang. Es war Zufall, hier zu landen, wie bei meiner ersten Ausbildung. Der Job hat mich ausgesucht.“ Den ganzen Beitrag lesen »
Die mit der Kunst flüstert, I
Vom Schnürboden rast eine bedruckte Fahne herab, direkt vor die Nase des Schauspielers. „Frau Fiedler, so geht das nicht!“ näselt Roland Klein und schaut dabei strafend zum Fenster hoch über der Tribüne. Die Fahne fährt wieder hoch, viel zu hoch, und wieder runter, zu tief und viel zu abrupt, sie gelangt jedenfalls nie in exakt die Position, die dem Kanzler und Zeremonienmeister barocker Ritterspiele genehm ist. Noch einiges mehr geht schief bei dieser Höfischen Probe während der „Drache-“ Vorstellung. Die lustige Episode erinnert stark ans richtige Theaterleben: Wenn Technik und Requisiten nicht funktionieren wie sie sollen, wird nach der allzuständigen „Frau Fiedler“ gerufen.
Die Rede ist von der Inspizientin. Susann Fiedler, eine junge, ausnehmend hübsche Erscheinung, agiert üblicherweise im Dunkeln. Am TdJW tritt sie bisweilen in ihrer Hauptrolle auf, etwa im „Ikar“, das erst beginnt, wenn Susann an ihrem Pult vor der Bühne Platz genommen hat, wo man sie während des gesamten Stücks ununterbrochen beim Flüstern und Schalten beobachten kann. Oder eben im „Drachen“, wo man sie leider nicht sieht und sie sich gerne vom Kollegen hochnehmen lässt. Alle im Haus wissen: Mit ihr steht und fällt das Stück, denn (so ein Fachblatt) der „Inspizient ist als Bindeglied zwischen Kunst und Technik für den organisatorischen Ablauf einer Vorstellung verantwortlich“. Den ganzen Beitrag lesen »
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…
Ich muss ja zugeben es ist ein recht seltsames Gefühl einen Beitrag für einen fremden Blog zu verfassen, wenn man selbst schon länger einen eigenen hat und dort regelmäßig schreibt. Dabei stimmt das ja nun auch nicht so ganz. Die Sache mit dem fremden Blog. Denn nun gehöre ich ja wohl “dazu”. Zum Theater der Jungen Welt. Ebenso wie Jessy habe ich mich sehr über die positive Email damals gefreut und konnte es nicht so ganz glauben, dass ich bei diesem Projekt wirklich dabei war. Es scheint nun aber doch wirklich so zu sein. Den ganzen Beitrag lesen »
casting gewinner
Wohin mit den Theater-Kindern?
Ein Schauspieler-Tag in einer Monsterspielzeit am Kinder- und Jugendtheater sieht schon mal so aus: vormittags ab neun: zwei Schulvorstellungen, nachmittags: Probe, abends: Probe und/oder Vorstellung. Über die Endprobenwochen brauche ich hier kein Wort mehr zu verlieren. Auch am Wochenende, wenn die Familien in die Familienvorstellungen gehen, stehen die Schauspieler-Mütter und –Väter auf der Bühne. Es gibt zwar relaxte Tage, an denen keine Probe und nur eine Vorstellung angesetzt ist. Aber „Freizeit“ heißt im Theater meist, Stücke zu lesen und sich recherchierend auf eine Rolle vorzubereiten. Wohin, Monster noch mal, mit den eigenen Kindern? Ich rate von der Familiengründung ab. Den ganzen Beitrag lesen »
Aus mit dem Theater !
Nach langer Zeit melde ich mich nun nochmal – wohl zum letzten mal, auch wenn meine Theaterzeit, vertraglich, am 31.08.08 geendet ist.
Seit nun mehr drei Wochen hat mich schon der nächste Beruf eingeholt – die Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau.
So hatte ich also kaum Zeit mal richtig durchzuatmen und das letzte Jahr für mich selbst richtig abzuschließen.
Die neue Spielzeit hat begonnen und beherbergt spannende neue Stücke für Jung und Alt zu denen wir Praktikanten und FSJ`ler auf jeden Fall zur Premiere gehen werden.
So richtig loslassen können wir alle drei ( Jenny, Patricia und ich) nicht.
Das Jahr war voller neuer Eindrücke und Erfahrungen.
Das erste mal ein Berufsleben führen – keine Schule mehr, keine gleichaltrigen – sondern eher ältere Mitarbeiter und vorallem das Gefühl, dass es dabei um wirklich was geht.
Vor genau einem Jahr bin ich in die Theaterwelt eingetaucht und nun halte ich schon mein Zertifkat und die Beurteilung des Presseleiters Matthias Schiffner in den Händen.
Eine wirklich schöne Zeit war es.
Insbesondere für meine Zukunft hat es mich vorangebracht und mir geholfen mich für die Berufswahl zu entscheiden.
Theater ist und bleibt besonders.
Rosemarie Ristau, die Maskenbildnerin, meinte zum Abschlussgrillen zu mir: “Wer ein halbes Jahr am Theater überlebt, wird sein lebenlang dort bleiben …” … und ich denke, dass da was Wahres dran ist.
Laangsaam! Zwischenruf aus der Sommerpause
Seit zwei Spielzeiten schnuppert smoe hinter den Theaterkulissen und berichtet, was sie dort erlebt: von der allerersten Leseprobe über den Bühnenaufbau, den Ton und die Maske über die Verwaltung und Planung des Betriebs bis zum Einlass und zum Herzklopfen während der Vorstellung beim Lichttechniker oder hinter den Haxen. Es gab immer und gäbe noch viel zu erzählen, deshalb sind die Texte oft lang. Zu lang für das eilige Medium?
smoe plädiert weiterhin für Verlangsamung, auch wenn das Stichwort der vorletzten Spielzeit scheinbar abgespielt ist und sowieso aus einem verflossenen Zeitgeist stammt. Zeit ist Geld jetzt.
Verlangsamung beim Theatermachen und Lesen muss ja nicht zu langen Stücken und Texten führen. Schuld an der Länge der Berichte ist smoes Hochachtung vor der Arbeit der Theaterleute, die unter Zeitdruck viel Schönes leisten und sich dennoch immer Zeit für ausführliche Erklärungen nehmen. Herzlichen Dank, dass Ihr Euch löchern lasst und Hut ab vor Eurem Schaffen!
Das Theater und der smoe-blog nehmen sich jetzt eine Pause und dann geht’s gleich weiter: Was ist eigentlich Inspizienz (sehr langer blog), wie laufen diesmal die Werktatttage (mal gucken) und wo krabbelt der Theaternachwuchs, wenn Mama und Papa auf der Bühne stehen (ganz kurzer blog)?
Die kommende Spielzeit thematisiert unter anderem, wie selten Familie sich Zeit für Familie nimmt. Ob die „Betroffenen“ dazu nicht einiges zu kommentieren haben? smoes These zum Motto: Zeitnot macht Monster.
Also, geht es langsam an, in der Schule, in der Familie, im Theater!
www.tdjw.de