Kategorie 'Backstage'
Aus mit dem Theater !
Nach langer Zeit melde ich mich nun nochmal – wohl zum letzten mal, auch wenn meine Theaterzeit, vertraglich, am 31.08.08 geendet ist.
Seit nun mehr drei Wochen hat mich schon der nächste Beruf eingeholt – die Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau.
So hatte ich also kaum Zeit mal richtig durchzuatmen und das letzte Jahr für mich selbst richtig abzuschließen.
Die neue Spielzeit hat begonnen und beherbergt spannende neue Stücke für Jung und Alt zu denen wir Praktikanten und FSJ`ler auf jeden Fall zur Premiere gehen werden.
So richtig loslassen können wir alle drei ( Jenny, Patricia und ich) nicht.
Das Jahr war voller neuer Eindrücke und Erfahrungen.
Das erste mal ein Berufsleben führen – keine Schule mehr, keine gleichaltrigen – sondern eher ältere Mitarbeiter und vorallem das Gefühl, dass es dabei um wirklich was geht.
Vor genau einem Jahr bin ich in die Theaterwelt eingetaucht und nun halte ich schon mein Zertifkat und die Beurteilung des Presseleiters Matthias Schiffner in den Händen.
Eine wirklich schöne Zeit war es.
Insbesondere für meine Zukunft hat es mich vorangebracht und mir geholfen mich für die Berufswahl zu entscheiden.
Theater ist und bleibt besonders.
Rosemarie Ristau, die Maskenbildnerin, meinte zum Abschlussgrillen zu mir: “Wer ein halbes Jahr am Theater überlebt, wird sein lebenlang dort bleiben …” … und ich denke, dass da was Wahres dran ist.
Laangsaam! Zwischenruf aus der Sommerpause
Seit zwei Spielzeiten schnuppert smoe hinter den Theaterkulissen und berichtet, was sie dort erlebt: von der allerersten Leseprobe über den Bühnenaufbau, den Ton und die Maske über die Verwaltung und Planung des Betriebs bis zum Einlass und zum Herzklopfen während der Vorstellung beim Lichttechniker oder hinter den Haxen. Es gab immer und gäbe noch viel zu erzählen, deshalb sind die Texte oft lang. Zu lang für das eilige Medium?
smoe plädiert weiterhin für Verlangsamung, auch wenn das Stichwort der vorletzten Spielzeit scheinbar abgespielt ist und sowieso aus einem verflossenen Zeitgeist stammt. Zeit ist Geld jetzt.
Verlangsamung beim Theatermachen und Lesen muss ja nicht zu langen Stücken und Texten führen. Schuld an der Länge der Berichte ist smoes Hochachtung vor der Arbeit der Theaterleute, die unter Zeitdruck viel Schönes leisten und sich dennoch immer Zeit für ausführliche Erklärungen nehmen. Herzlichen Dank, dass Ihr Euch löchern lasst und Hut ab vor Eurem Schaffen!
Das Theater und der smoe-blog nehmen sich jetzt eine Pause und dann geht’s gleich weiter: Was ist eigentlich Inspizienz (sehr langer blog), wie laufen diesmal die Werktatttage (mal gucken) und wo krabbelt der Theaternachwuchs, wenn Mama und Papa auf der Bühne stehen (ganz kurzer blog)?
Die kommende Spielzeit thematisiert unter anderem, wie selten Familie sich Zeit für Familie nimmt. Ob die „Betroffenen“ dazu nicht einiges zu kommentieren haben? smoes These zum Motto: Zeitnot macht Monster.
Also, geht es langsam an, in der Schule, in der Familie, im Theater!
Auch Schauspieler sind nur Menschen …
Gestern saßen die beiden Praktikantinnen ( Patricia und Jenny) und ich bei sonnigem Wetter auf der Terrasse des Theaters und sprachen über die Erlebnisse vergangener Tage.
Ein Punkt war da auch die Premierenfeier von “Wasser/Lebensläufe” letzten Donnerstag.
Wie ja schon früher von mir im Blog beschrieben veranstaltet das TdJW eine theatrale Bootsfahrt auf dem Karl-Heine-Kanal mit insgesamt 7 Stationen rund um das Thema Lindenau.
Da fast 70 Leute mitgewirkt haben, soviel wie in sonst noch keinem Stück des Theaters der Jungen Welt, fiel die Premierenfeier unüblich groß aus.
So saßen Donnerstag Abend gegen 21:00 Uhr mehr als 70 Personen versammelt am Stelzenhaus und feierten bei Bratwurst und Sekt den Erfolg vom neuen Projekt. Schön auch deswegen, weil genau an diesem Tag Deutschland gegen Portugal spielte und dennoch alle zahlreich erschienen sind. Aber auch dafür war gesorgt. Der Intendant, Jürgen Zielinski, hat mitgedacht und seinen Laptop für alle Fussballbegeisterten mitgebracht.
Desto später der Abend, desto lustiger und lockerer die Leute. Also zückten Patricia und ich die Digicam heraus und knipsten drauf los – es muss ja alles irgendwie fest gehalten werden.
Gerade für uns, wo unsere Zeit hier im Theater doch bald zu Ende ist und wir noch ein paar Erinnerungen mitnehmen wollen.
Am Anfang unserer Zeit hier im Theater dachten wir alle drei, dass wir die Schauspieler wohl nur selten zu Gesicht bekommen werden, es sind ja immerhin “Schauspieler”.
Und wenn diese sich dann mit einem unterhalten, dann ist das ja auch etwas Besonderes.
Das dachten wir. Warum ist uns jetzt nicht ganz klar. Es ist scheinbar das Bild was einem immer vermittelt wird.
Doch mitlerweile wurden wir eines Besseren belehrt.
Puppenspieler Wilfried Reach …
Puppenspieler Tobias Weishaupt und ich …
Schauspieler Chris Lopatta aka Lopi Lopez mit der Jenny und mir …
… und so stellten wir fest, dass auch Schauspieler irgendwo nur Menschen sind …
Die Theaterfördergesellschaft hat ein neues, zupackendes Vorstands-Team
In der gestrigen Mitgliederversammlung war Aufbruchstimmung im Förderverein des TdJW. Obwohl der gesamte Vorstand aus privaten Gründen zurücktrat, brauchte niemand Trübsinn blasen. Mit dicken Blumensträußen bedankte sich Intendant Jürgen Zielinski bei Mandy Bachert, Nathalie Krompholz, Helga Seiferth, Monika Theile und Gisela Trabitz für das mehrjährige Engagement und versüßte ihren Abschied sogar mit Schokokuchen. Dass die ehemalige Verwaltungschefin des Theaters, Elke Franz, nun den Posten der Vorsitzenden übernimmt, machte alle glücklich.
Denn das verheißt eine flotte, kommunikative Regie und die Öffnung des Vereins für noch breitere Kreise. Ihre erste versprochene Amtshandlung klingt wie erwartet trocken, wird aber für noch mehr Attraktivität sorgen: „Wir werden uns die Satzung mal genau ansehen.“
Die legte die Beschlussfähigkeit des Vereins nämlich beinah lahm, was zur erregten Diskussion in der Versammlung führte. Wer mit 50 prozentiger, Dreiviertel- oder Zwodrittel-Mehrheit über die Aufnahme von neuen aktiven Mitgliedern und ihr Stimmrecht entscheiden darf, ist so schwerfällig geregelt, als gehe es um Aktien oder Blasmusik. Nur weil die steuerlich abzugsfähige Mitgliedsbescheinigung hier anscheinend nicht so viel Reputation bringt wie die Spendenquittung für andere Vereine, muss ja nicht zum Respektausgleich die Beitrittshürde besonders hoch liegen. Es geht dem gemeinnützigen „Fördergesellschaft – Theater der Jungen Welt e.V.“ um die tat- und finanzkräftige Unterstützung der Theaterarbeit für Kinder und Jugendliche. Wozu ist da die Abgrenzung „aktives Mitglied“ gut? Je mehr Freunde einfach Mitglied werden, umso größer wird der Pool derjenigen, die sich auch zum Mitmachen hinreißen lassen.
Den ersten Beweis lieferten gleich gestern die fünf Neumitglieder, die allesamt (und einstimmig) in den Vorstand gewählt wurden. Herzlichen Glückwunsch an Marie-Christin Danes, Elke Franz, Ingrid Koschinsky, Cora Steinbock und Ansgar Weber! Noch mit den Begrüßungsblumen vom Intendanten im Arm gaben sie sich als Arbeitsteam zu erkennen: „Wir werden für das kommende Jahr drei bis vier Projektschwerpunkte festlegen, sie mit vereinten Kräften der Mitglieder angehen und öffentlichkeitswirksam vertreten“, erklärte Elke Franz. Einer der Schwerpunkte wird die Mitgliederwerbung besonders unter den jungen Leuten sein. Na dann mal ran an die Satzung. Wir sehen uns im Theater!
Auch in der Öffentlichkeitsarbeit muss man kreativ sein …
Lauren ist 17 und möchte ein Superstar werden.
Premiere ist heute, am 28.05., 19 Uhr auf der Hinterbühne.
Den Programmzettel dazu habe diesmal ich selbst gemacht.
Und dann, und dann im KBB: Von Plänen und Sitzungen
Als ich mittags in Susanne Mittmanns Büro komme, platze ich natürlich in eine Sitzung. Es ist zwar nur eine kleine, aber, groß oder klein, Sitzungen gibt es hier anscheinend am laufenden Band. Jetzt sitzt eine Regieassistentin am Tisch und gibt aktuelle Änderungen zum Aufbau der Kasperlstücke in der Moritzbastei und zur Umbesetzungsprobe für Nachtblind am nächsten Tag durch. Für die Nachtblindprobe klingt das etwa so: „18 bis 20 Uhr, Romero, Fues, Klemm, Wiederholung Szenen 6+8+12+16+29; 20 bis 22 Uhr, Fues, Romero, Wiederholung Szenen 19+22+31.“ Susanne Mittmann überträgt alles sowohl handschriftlich als auch im Computer und wiederholt die Einträge noch mal zur Kontrolle. Wer um alles in der Welt braucht solche detaillierten Informationen für einen einzigen Tag? Den ganzen Beitrag lesen »
Das neue Spielzeitheft ist in Verzug – aber Weihnachten steht (nicht auf dem Spiel)
Mich hat irritiert, als im November 2007 schon alle immer über die Premieren 2009 redeten. Wie kann man an Aufführungen im übernächsten Jahr denken, wenn die neue Spielzeit gerade erst begonnen hat und jeder vollends mit den Proben beschäftigt ist für Stücke, die morgen, nächste Woche, nächsten Monat herauskommen? Den ganzen Beitrag lesen »
Beute und Bombardement im Theater oder Der Fäden-Spinner von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Es ist Dienstagvormittag nach Pfingsten, in Matthias Schiffners Büro bleibt es relativ ruhig: Die Chefdramaturgin klopft an, um über eine aktuelle Stückbeschreibung und Halloween 2009 zu reden, die Assistentin informiert über graphische Details von der Layouterin für den nächsten Programmzettel, die Theaterpädagogin möchte ihr Begleitmaterial besprechen. Matthias sagt, „frag doch mal die und den, ich schau mal in meiner Datei, ich rufe zurück, ich maile gleich, ich lasse mir was einfallen“. Den ganzen Beitrag lesen »
Girls Day
Auch das TdJW Leipzig hat am diesjährigen Girlsday teilgenommen.
8 Mädchen im Alter von 10-14 Jahren haben teilgenommen und wollten möglichst viel über das Theater erfahren.
Von wegen Licht aus, Spot an. Das Trollkind und die Gobos
Beim Trollkind (Premiere am 12. April) lugt die Sonne durch nicht vorhandenes Blattwerk. Man gerät in graue Nacht und gleißenden Tag, in einen düsteren Wald und auf eine sonnige Lichtung, sogar in eine Feuersbrunst. Wenn der Troll die Bäume berührt, leuchten sie von innen; wenn er Mäuse und Schlangen mampft, ist auch das Licht ziemlich matschig. Und die Zuschauer lassen sich bereitwillig selbst in die ekligsten Stimmungen versetzen. Schuld sind die Beleuchter. Den ganzen Beitrag lesen »
www.tdjw.de