Autoren Archiv

10. Oktober 2008

Die zwei Königskinder. Was trennt den Autor vom Theater?

„Die Autoren sind Teil des Theaters!“ ruft der Autor und wünscht sich: Theater sollten Autoren anstellen, soziale Absicherung gewährleisten und keinen Produktionsdruck machen. So würde in der deutschen Dramatik auch wieder mehr passieren. Der Intendant hingegen würde keinesfalls einen Autor anstellen und der Regisseur wünscht ihn weit fort, während er sein Stück inszeniert.
Als Hauptproblem macht das Programmheft der Werkstatt-Tage aus, „dass es dem Kindertheater an originellen und literarisch und szenisch anspruchsvollen dramatischen Texten mangelt“. Das bestätigt selbst der Verlag der Autoren: Es ist relativ kompliziert, gute Stücke zu finden; es gibt nur wenige neue Autoren, sagt die Verlagsfrau. Sie fragt jedoch auch, warum manche ihrer Preisträger von den Theatern ignoriert würden und ob es einer anderen Kommunikation zwischen Theatern und Verlagen bedürfe. Darauf reagiert das Theater ratlos. Den ganzen Beitrag lesen »

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6. Oktober 2008

Geht Kunst im KiJu-Theater?

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. So erkläre ich mir, warum in den Inszenierungsgesprächen vor zwei Jahren die Theaterleute nicht kontrovers über ihre Aufführungen debattiert hatten. Diesmal baten die Organisatoren der Werkstatt-Tage Kritiker des Erwachsenentheaters (vielleicht, um den Kunstanspruch des KiJuTheaters zu untermauern), den Gesprächen Impulse zu geben. Und das hat prima funktioniert, Gratulation zu dieser ausgezeichneten Idee! Die Steilvorlagen der externen Kritik sind eingeschlagen wie der Blitz und haben doch wie Blitzableiter gewirkt, die den Meinungsaustausch unter den Theatermachern erst zu ermöglichen scheinen. Ich habe diesmal spannende und lehrreiche Gespräche erlebt.

Interessant, dass sich das Fachpublikum in der Regel in zwei entgegen gesetzte Lager teilt. Was die einen als das richtige und gelungene Mittel erkennen, bildet für die anderen den großen Störfaktor. Geht eine Inszenierung als Ganzes für die einen wunderbar auf, wird sie von den anderen komplett auseinander genommen.

Interessant auch, dass die Argumente zunächst zwar aus dem Theaterfach kommen, aber den Ausschlag für das Urteil schließlich die Nähe des Stoffs und der Darstellung zur je eigenen Alltagserfahrung und zum eigenen Gefühlshaushalt gibt (oder zur eigenen Vorstellung über die Erfahrungswelt von Kindern und Jugendlichen). Das Urteilen funktioniert also hier wie beim Normalpublikum auch: total subjektiv!

Welche Rolle spielen dann überhaupt „objektive“ Kriterien? Interessant nämlich, dass sich das Fachplenum gerade an den beiden wichtigsten Maßstäben im KiJuTheater spaltet. Legen die einen vor allem Wert auf die künstlerische Gestaltung, konzentrieren sich die anderen vor allem auf die Wirkung im Publikum.

Was das betrifft, ist die Kluft allerdings besonders tief zwischen den Kritikern, die ihre Klingen mit Peymann!, Volksbühne!, Konsequenz!, Selbstironie! wetzen, und den KiJu-Theaterleuten, die dagegen halten, sie könnten bestimmte Mittel aus Rücksicht auf ihre Zuschauer nicht konsequent einsetzen. Aha, sagen jetzt wieder die Geringschätzigen, Ihr macht also doch nicht richtig Kunst?!

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3. Oktober 2008

Jemand Interesse? Alles schön im KiJuTheater

Die Künstler im Kinder- und Jugendtheater beklagen nicht nur die Ignoranz des Feuilletons, sie wollen dort wirklich ernst genommen werden. Sie wollen das nicht nur in Bezug auf die pädagogische Funktion ihrer Arbeit sondern in Bezug auf die Kunst. Sie wollen auf den Theaterseiten der Zeitung engagierte Kritiken über ihre Stücke lesen. Das bekommen sie nicht. Den ganzen Beitrag lesen »

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2. Oktober 2008

Politik Macht Kultur? Politik macht Kultur!

Der Titel zur Podiumsdiskussion über den Enquete-Bericht zur Kultur in Deutschland trägt weder Ausrufe- noch Fragezeichen. Die Reihung der Subjekte deutet wohl an, dass man sich eines diffusen Zusammenhangs bewusst ist, dem man eine Richtung wünscht. Im Sinne etwa der Enquete-Empfehlung an „Bund, Länder und Kommunen, sich verstärkt für die Förderung des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland einzusetzen“.
Darüber, warum das bisher nicht ausreichend geschehe und wie die Handlungsempfehlungen konkret umzusetzen wären, stritten Politik (sächsischer Kultur-Ministerialdirigent Thomas Früh) und KiJu-Theater (ASSITEJ-Vorsitzender Wolfgang Schneider) gegen den Moderator (RBB-Journalist Peter Claus), den sie kurzerhand zum Machtzentrum erklärten. Den ganzen Beitrag lesen »

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30. September 2008

Kritik Macht Werkstatt?

Die vergangenen Werkstatt-Tage fanden nicht nur ein positives Echo. Es gab auch Kritik. Gewisse Journalistinnen (smoe darunter) monierten, dass sie in den Vorstellungen und Gesprächen kaum Jugendliche und überhaupt keine Kinder antrafen: Ein Club ergrauter Altachtundsechziger guckt und diskutiert unter Ausschluss der Zielgruppe neue Stücke für die Jugend. Das fanden sie irgendwie unpassend. Den ganzen Beitrag lesen »

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26. September 2008

Wohin mit den Theater-Kindern?

Ein Schauspieler-Tag in einer Monsterspielzeit am Kinder- und Jugendtheater sieht schon mal so aus: vormittags ab neun: zwei Schulvorstellungen, nachmittags: Probe, abends: Probe und/oder Vorstellung. Über die Endprobenwochen brauche ich hier kein Wort mehr zu verlieren. Auch am Wochenende, wenn die Familien in die Familienvorstellungen gehen, stehen die Schauspieler-Mütter und –Väter auf der Bühne. Es gibt zwar relaxte Tage, an denen keine Probe und nur eine Vorstellung angesetzt ist. Aber „Freizeit“ heißt im Theater meist, Stücke zu lesen und sich recherchierend auf eine Rolle vorzubereiten. Wohin, Monster noch mal, mit den eigenen Kindern? Ich rate von der Familiengründung ab. Den ganzen Beitrag lesen »

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17. September 2008

Von toten Kindern oder So roth wie Blut – ein Grusical?

Zentrale Stelle für mich: Als Elisabeth Fues als Fundevogel ihren Liebsten anschreit, sie habe geträumt: „von toten Kindern!“ und der ihr weismachen will, es sei doch bloß ein Traum. Da hat sie aber selbst schon das Gegenteil erlebt (die Mutter schlug der Schwester den Kopf ab, in Fundevogels Beisein, die eigentlich gemeint war). Das weiß Sven Reese alias Roland und Prinz auch. Und doch nimmt er sie nicht ernst.
Mir scheint, so geht es mit dem gesamten Stück. Es will laut Ankündigung eine Horrorshow sein, gar eine „Poesie des Schreckens“ entfalten, aber es nimmt sein Thema nicht ernst. Den ganzen Beitrag lesen »

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12. September 2008

Rein ins Theater: Der Gärtner!

Dafür lohnt sich die Rückkehr in die Herbstsaison: Was für ein poetisches Stück Theater! Robert Steijn hat meine Gebete erhört und ganz „langsam inszeniert“. Leer ist die Bühne; Jule Dohrn van Rossum räumt die Gärtnergerätschaft samt Töppen, Pflänzchen und Saattüten in eine Ecke, wo alles auch bleibt. Nur der Spaten, ein urstkrummes Didgeridoo und ein Ding zum Löcher in die Erde bohren, dessen Name Onkel Harry und ich vergessen haben, kommen zum Einsatz. Der Boden ist bloß mit einem sandfarbenen Tuch ausgelegt (und trotzdem schafft es Joe, die Puppe seiner kleinen Schwester auf beinah Nimmerwiedersehn in der Erde zu vergraben). „Eric Frymark braucht ja Platz für sein Screendesign“, erklärt die Ausstatterin so schlicht, wie der VJ dann „Frühling“ aufs Tuch leuchtet, Nacktschnecken übers Beet laufen, Regen tropfen, Bohnen sprießen lässt und den Jahreszeiten ihre Farben gibt. Nein nein, das ist nicht so plakativ, wie es klingt. Frymark füllt die Bühne nicht mit Naturkopien sondern setzt die verblüffend einfachen Zeichen nur kurz, um sie fast entschuldigend gleich wieder zurück zu nehmen, als wolle er sagen „könnte vielleicht so sein“. Den ganzen Beitrag lesen »

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16. Juli 2008

Hier sind Ferien, hier dürfen sie sein!

Christian im Gästebuch hat Recht: Wo sind die Ferien auf der Website? Sie verstecken sich verschämt (jetzt nicht mehr ) in den Rekordberichten zur soeben beendeten Spielzeit 07/08.

Kann man mal sehen, wie peinlich den Kreativen die Kreativpause ist. Vor Zeiten prahlte man noch mit Müßiggang, heute meint man, sich schon fürs Verschnaufen rechtfertigen zu müssen. Ist das verdient?

Wahrscheinlich ist der Ferienhinweis aber einfach im Trubel der Nach- und Vorbereitungen untergegangen, weil viele hinter der Bühne tatsächlich weiterarbeiten.

Wirklich Ruhe ist nur auf der Bühne: Vom 3. Juli bis 18. August macht sie Pause. Am 19. August geht die neue Spielzeit 08/09 mit Ferienpass-Vorstellungen wieder los.

(smoe setzt im September ihren Theaterrundgang fort.)

Schöne Ferien!

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15. Juli 2008

Laangsaam! Zwischenruf aus der Sommerpause

 

Seit zwei Spielzeiten schnuppert smoe hinter den Theaterkulissen und berichtet, was sie dort erlebt: von der allerersten Leseprobe über den Bühnenaufbau, den Ton und die Maske über die Verwaltung und Planung des Betriebs bis zum Einlass und zum Herzklopfen während der Vorstellung beim Lichttechniker oder hinter den Haxen. Es gab immer und gäbe noch viel zu erzählen, deshalb sind die Texte oft lang. Zu lang für das eilige Medium?

smoe plädiert weiterhin für Verlangsamung, auch wenn das Stichwort der vorletzten Spielzeit scheinbar abgespielt ist und sowieso aus einem verflossenen Zeitgeist stammt. Zeit ist Geld jetzt.

Verlangsamung beim Theatermachen und Lesen muss ja nicht zu langen Stücken und Texten führen. Schuld an der Länge der Berichte ist smoes Hochachtung vor der Arbeit der Theaterleute, die unter Zeitdruck viel Schönes leisten und sich dennoch immer Zeit für ausführliche Erklärungen nehmen. Herzlichen Dank, dass Ihr Euch löchern lasst und Hut ab vor Eurem Schaffen!

Das Theater und der smoe-blog nehmen sich jetzt eine Pause und dann geht’s gleich weiter: Was ist eigentlich Inspizienz (sehr langer blog), wie laufen diesmal die Werktatttage (mal gucken) und wo krabbelt der Theaternachwuchs, wenn Mama und Papa auf der Bühne stehen (ganz kurzer blog)?

Die kommende Spielzeit thematisiert unter anderem, wie selten Familie sich Zeit für Familie nimmt. Ob die „Betroffenen“ dazu nicht einiges zu kommentieren haben? smoes These zum Motto: Zeitnot macht Monster. 

Also, geht es langsam an, in der Schule, in der Familie, im Theater!

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