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„Es riecht nach Krokodil”
In „Das unkommunikative Krokodil“, inszeniert von Jürgen Zielinski, stachelt ein triebgesteuertes Reptil gegen alle Vernunft eine sinnliche Revolution an.
Im kleinen Saal des Theaters der jungen Welt stehen heute Abend für die Zuschauer Bierbänke unter bayrisch karierten Tischdecken bereit. Auf der Bühne zwei schwarze Mülltonnen, vier Schauspieler in weißen Arztkitteln. Ein ernster Blick, und sie spucken sich ausgiebig das „toi, toi, toi“ über die Schultern. „So, Achtung!“ Den ganzen Beitrag lesen »
Kampf ums Geschlecht
Wie eine sexuelle Identitätskrise in Esther Hattenbachs „Boys don’t cry“ auf den „Highway to hell“ führt.
„I’m on the highway to hell“, schallt es als Live-Musik durch den Saal. Brandon und Lana knutschen. Leslie zappelt zur Musik. Lanas Mom trinkt Dosenbier. Happy Birthday, Brandon! Denn das ist der letzte, den du feiern wirst, du befindest dich direkt auf dem „Highway to hell“. Den ganzen Beitrag lesen »
Hinter dunklen Gläsern
Franziska Benack hat genau hingesehen, wo Hermes durchsieht. Gedanken über die Sonnenbrille in Klaus Schumachers „Odyssee“.
Ein hübsches Modell ist das. Weißes Plastik, mit hellbraunen Gläsern und richtig schön groß. Verdeckt das halbe Gesicht. „Siehe!“ sagt Hermes – betont pathetisch – und zieht ganz cool seine Sonnenbrille ab, als müsse er selber erstmal sehen. Den ganzen Beitrag lesen »
Denn sie wissen, was sie wollen
Die Frauen sind in Klaus Schumachers „Odyssee“ die wahren Heldinnen und laufen den Männern damit den Rang ab, findet Franca Hähle.
Verschmitzt und mit den Beinen baumelnd kokettiert Athene auf dem Küchentisch des mediterranen Familienhorts. Eiskalt kalkulierend platziert sie sich auf dem Schoß des Herrn Papa, um mit dem geschulten Augenaufschlag des bezaubernden Töchterchens das Herz des ergrauten Göttervaters zu erweichen und Odysseus Heimkehr voranzutreiben. Den ganzen Beitrag lesen »
Back dir deine Kekse doch selbst, Adam!
Das Junge Ensemble Stuttgart erprobt in „Lilith. Paradise Loft“ mit dem Mythos von Adams erster Frau heutige Geschlechterbilder.
Im überfüllten Saal der Etage Eins wollen Lilith und Adam sich über den jeweils anderen bei Samael, ihrem Schöpfer und Vermieter, beklagen. Sie fallen sich permanent ins Wort, sodass Samael zu einem raffinierten Trick greifen muss, um überhaupt etwas zu verstehen: Den ganzen Beitrag lesen »
Elvis rockt den Boxring
Jürgen Zielinski inszeniert in „Albert und der Sumo-Engel“ einen Superhelden mit Speckrollen.
Da steht er. Der „Sumo-Engel“ mit vielen Speckrollen, pinken Mini-Flügeln, in einem Elviskostüm. Er trägt eine Sonnenbrille mit angeklebten Kotletten und schmettert dazu „Love me Tender“. Dieser so gar nicht typische Engel passt auf Albert auf, ist jedoch gerade dann nicht da, wenn dieser ihn besonders nötig hat. Albert ist dick, 9 Jahre alt, stammt aus Kasachstan. Und manchmal, wenn er wütend ist, verkrampft sich seine Hand, er beginnt zu schniefen – und dann schlägt er zu. Den ganzen Beitrag lesen »
Präsident aus Plüsch
Was wäre „Wenn ich Rockefeller wär“, fragt Erik Schäffler in seinem Stück und lässt für die szenische Lesung schwarzes Gold aus Wasserflaschen sprudeln.
Dunkelheit. Ein greller Schrei, das Licht geht an. Vier Tische, an jedem ein Darsteller. In dieser Werkstattinszenierung haben alle die Textvorlage vor sich. Auf den Tischen, die nebeneinander stehen, je eine Wasserflasche, ein Glas, eine Colaflasche, auf einem eine Vase mit Sonnenblumen. Im Hintergrund Uwe Schade, der schon in der Dunkelheit begonnen hat, klassische Töne auf seinem Cello zu spielen, die manchmal an die Filmmusik bei Hitchcock erinnern. Den ganzen Beitrag lesen »
Hinauf ins Traumkabinett
Katharina Schlenders Hauptfigur Udo flieht mit dem „Fahrstuhl zur Treppe“ aus der Realität in Phantasiewelten.
Ein ramponiertes Sonnengesicht aus Papier lächelt uns zaghaft entgegen. Im Zwiegespräch mit seinem Lampion skizziert Udo, ein neunjähriger Junge in Comic-Sweater und Cargohose, den Sturm, der über seine Familien hereinbricht. Den ganzen Beitrag lesen »
Keine Zeit zum Schlafen
Rüdiger Pape lässt Wildschwein, Fuchs und Eintagsfliege in seiner Inszenierung „Nur ein Tag“ das Glück im Zeitraffer erleben.
Wenn man viel Lebenszeit hat, kann man schon mal den ganzen Tag damit verbringen, nur auf der Hollywoodschaukel zu fläzen und sich wegen eines Kissens zu kloppen. Wie sich Walter Zick als Fuchs und Claus Overkamp als Wildschwein die ersten Minuten der Inszenierung wortlos necken und nerven ist ziemlich amüsant. Den ganzen Beitrag lesen »
Rabenvater oder Super-Daddy?
In der Werkstatt-Inszenierung von Jörg Menke-Peitzmeyers „Ich bin ein guter Vater“ lässt Regisseur Frank Hörner einen Bürohengst durchs Klassenzimmer toben.
Alexanders Vater, ein gestresster Bürohengst mit Anzug und Krawatte, sitzt unbeschuht auf einem Lehrerpult. Das hat er vor die Klassenzimmertür geschoben, damit die Schüler der 7a nicht mehr aus dem Zimmer entwischen können. Er will sie nicht gehen lassen, bevor sie ihm verraten haben, wo sein Sohn ist. Den ganzen Beitrag lesen »
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