Die Premierenklasse zu “Kinder des Holocaust”

11. November 2009 von Schueler

Sehr geehrter Herr Zielinski,

wir, der ehemalige Literatur-Grundkurs 12.2 (nun 13.1 ) und die Kursleiterin, möchten uns zunächst sehr verspätet dafür bedanken, Ihre Theaterinstallation „Kinder des Holocaust” als Premierenklasse erlebt haben zu dürfen.

Als Premierenklasse konnten wir Ende April Ihre Theaterpädagogin Frau Vitzthum, Ihre Schauspieler/Innen Frau Anke Stoppa und Herrn Gösta Bornschein sowie Frau Elisabeth Kohlhaas bei uns in der Schule zu einer Lesung aus den Protokollen jüdischer Kinder mit anschließender Diskussion begrüßen.

Am 7. Mai besuchten wir eine Probe und am 17. Mai 2009 waren wir sehr gespannt, wie die Umsetzung auf der Bühne verlaufen würde. Dank der Einstimmung durch die Lesung und des Probebesuches entstand ein vages Erwartungsbild. Wir hatten dennoch Schwierigkeiten, uns die szenische Darstellung auf der Bühne vorzustellen.

Die Mehrheit des Literaturkurses rechnete eher mit einer ernsten Stimmung, da ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte zu bewältigen wäre.

Die „Umsetzung” der Thematik überraschte, verwirrte, sie erfolgte anders als von uns erwartet:

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  • Durch die Gegenüberstellung von Problemen Jugendlicher von heute mit Schicksalen jüdischer Kinder bzw. Jugendlicher damals wird uns klar, wie nichtig und klein unsere „Sorgen” sind …
  • “Welten” prallen aufeinander, Jugendliche von heute erleben sicher auch viel Schlimmes, aber all das ist in keiner Weise mit den Erfahrungen von damals vergleichbar …
  • Wir sind „erleichtert”, dass Schauspieler nicht wie erwartet in die Rollen der Kinder „schlüpfen”…

  • Wir finden den Kontrast, den Wechsel „Ernstes – Lockeres” gut
  • Die Filmszenen sorgen für ein besseres Verständnis des Themas und bringen gleichzeitig Nähe zur Theaterinstallation und zu den Schauspielern…
  • Wir achten Ihren Mut, ein „schwieriges” Thema auf die Bühne zu holen…
  • Uns erscheint es, dass die Protokolle der Kinder des Holocaust in den Hintergrund rücken, „verschwimmen”, ein Schattendasein fristen, untergehen zugunsten der Probleme Jugendlicher heutzutage…
  • Die Mehrzahl der Kursteilnehmer sieht die Ernsthaftigkeit des Themas, die traurigen Menschenschicksale untergehen bei „lustigen Streichen”, durch Clownsnasen, durch albernes, lautes und turbulentes „Rumgeblödele” gefährdet…
  • Musik (Rock und Pop) empfinden einige als „unpassend”…
  • Holocaust soll nicht in Vergessenheit geraten, es ist notwendig, junge Leute hier und heute mit für uns unvorstellbaren Erlebnissen jüdischer Kinder und Jugendlicher zu konfrontieren auf neue Art, dank neuer Wege zugänglich zu machen…
  • Es ist gut, dass sich Geschichte und lebendige Gegenwart treffen…
  • Zum Schluss unser Vorschlag: Gönnen Sie dem Theaterbesucher bei Szenenwechsel etwas mehr Zeit, die verlesenen Protokolle auf sich wirken zu lassen…

Sehr geehrter Herr Zielinski,

wir wünschen Ihnen mit vielen weiteren Aufführungen eine große Zahl nachdenklich gestimmter jugendlicher Zuschauer!

Vielen Dank und viel Erfolg auch für weitere Theatervorhaben

Ihr Literatur-Grundkurs aus Markkleeberg

i.A. S. Kehr

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