Schatz gefunden in der Drachennacht!

17. November 2008 von smoe

Ein Junge wartete viel zu früh am Eingang zur Drachenhöhle, stand vor der Glastür, fuchtelte mit den Armen, krächzte und quiekte  - sein Spiegelbild an? Nach einer Weile entdeckte ich im dunklen Blauen Foyer hinter der Tür eine junge Assistentin, die an diesem Abend für den Einlass sorgte. Auch sie stand allein vor der Scheibe und gestikulierte zurück, beugte sich zu dem Jungen herab, runzelte fragend die Stirn, beschrieb dann mit dem Arm einen großen Bogen und riss sich mit der rechten Faust den Daumen der linken Hand ab. Der Junge wiederholte seine Bewegungen flink und zackig, immerzu leise krächzend und quiekend. Die Frau antwortete mit ausdrucksvollem Schwung, lächelte fragend. So ging das eine Weile hin und her. Zackzack – Schwingschwing: Ein wortloser Schlagabtausch, ein pantomimischer Dialog zwischen Tür und Angel, ein geheimnisvoller Schatz leuchtete in einer gerade nicht bespielten Ecke des Theaterhauses kurz auf. Dann stürmten die anderen Kinder die Drachenhöhle. (Später erzählte mir Daniela Fels, der Junge habe ihr beigebracht, wie man den Daumen wirklich restlos, ohne dass man noch einen Knöchel sieht, zum Verschwinden bringen könne.)

 

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